Warum kostet eine Stunde Sitzung 2000 Euro?
Veröffentlicht am 14. Mai 2008 um 09:27 UhrAutor: Der Stadtrat
Ich habe hier geschrieben, daß eine Stunde Stadtratssitzung 2000 Euro kostet. Das ist wohl, wie ich zugeben muß, nicht ganz genau. Aber ganz genau kann man es auch nicht berechnen, drum will – nachdem ich einige Nachfragen bekommen habe – hier mal kurz darstellen, wie ich zu meinen Überschlagsgrößen gekommen bin:
Jeder Stadtrat hat das Recht auf eine individuelle Entschädigung für alle Stunden, die er im Plenum, in den Ausschüssen oder in Fraktionssitzungen verbringt. Diese beträgt für Arbeitnehmer ihren Stundenlohn, für Selbständige pauschal 32,10 Euro pro Stunde, für Hausfrauen dagegen „nur“ 18,99 Euro. Multipliziert mit 80 Stadträten ergäbe das zwischen 1519 Euro und 2568 Euro pro Stunde – bei uns herrscht ja Anwesenheitspflicht, darum nehme ich die volle Zahl von 80. Die Wahrheit wird wohl irgendwo zwischen diesen Summen liegen, da ich eigentlich annehme, daß kaum ein Arbeitnehmer einen Stundensatz von 5 Euro angeben wird. Denkbar wäre aber freilich auch, daß einzelne Stadträte auf diese Entschädigung verzichten.
Neben den ehrenamtlichen Stadträten gibt es aber noch weitere Stadtratsmitglieder, die ihre Tätigkeit hauptberuflich wahrnehmen und daher keinen Stundensatz erhalten, aber die Sitzungen entweder als Überstunden bezahlt bekommen, diese abfeiern können oder wenigstens richtige Arbeit leisten könnten, statt im Stadtrat sinnlose Diskussionen zu verfolgen: Den Oberbürgermeister, die weiteren Bürgermeister und die Referenten (quasi die Stadt-Minister).
Außerdem hätten wir da noch die Saaldiener und die Schriftführer, die als städtische Angestellte (oder sind das noch Beamte…?) entlohnt werden. Wie viele Leute zudem für die Technik rund um den Sitzungssaal zuständig sind, ist mir leider nicht bekannt; aber ein paar Planstellen sind das auch noch.
Alles in allem sind die 2000 Euro wohl eher zu niedrig gegriffen. Aber wir wollen ja nicht gleich mal übertreiben.
Allgemeines
Nicht von mir:
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Autor: Werner Hartmann am 11 Jun, 2008 | Antworten
Den Hausfrauen-Tarif halte ich mit 18,99 Euro für ganz schön hoch.
Sowiel bekomme ich als OP-Pfleger nach 18 Jahren Berufserfahrung nicht mal als Überstundenvergütung!
Autor: Der Stadtrat am 12 Jun, 2008 | Antworten
Das liegt wohl daran, daß sich die OP-Pfleger ihre Vergütung nicht selber beschließen dürfen – im Gegensatz zu den Stadträten.