Arbeitsplatzabbau
Veröffentlicht am 21. Juni 2008 um 00:31 UhrAutor: Der Stadtrat
Mit schöner Regelmäßigkeit ereilen uns Nachrichten von Arbeitsplätzen, die irgendwo in Deutschland abgebaut werden. Das Geschrei ist dann immer groß, Politiker sind empört und Gewerkschaften streiken ganz gern mal wieder. Dabei wäre eine differenziertere Betrachtung jenseits eingefahrener Mechanismen angebracht. Vor allem sollte man sich die Frage stellen, warum diese Arbeitsplätze nun abgebaut werden:
1. Die Arbeitsplätze waren früher notwendig, heute sind sie es aber nicht mehr: Das gehört zum Fortschritt dazu. Jede technische Neuerung und jede Veränderung im Markt führt dazu, daß neue Arbeitsplätze geschaffen werden oder bisherige wegfallen – in aller Regel sogar beides parallel. Wenn wir Innovation wollen, dann dürfen wir diesen Effekt nicht verteufeln; insgesamt sind solche Neuerungen ohnehin meistens arbeitsplatzneutral.
2. Die Arbeitsplätze waren noch nie notwendig: Dann vielen Dank für die kostenlose Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. „Kostenlos“ ist allerdings nicht ganz richtig, denn in der Regel haben die Kunden das dann durch höhere Preise bezahlt.
3. Die Arbeitsplätze sind weiterhin notwendig: Dann wird das Unternehmen früher oder später Probleme bekommen. Das regelt der Markt dann aber selbst und solange die Nachfrage konstant bleibt, bleibt auch die benötigte Arbeit dieselbe.
4. Die Arbeitsplätze wurden irgendwo ins Ausland verlagert: Das ist meinesachtens die einzige verwerfliche Vorgehensweise. Es ist einfach eine Sauerei, daß wir unseren Arbeitsmarkt und unseren Reichtum so globalisieren, wie es in den letzten Jahren passiert ist. Auch die vielgepriesene internationale Wettbewerbsfähigkeit ist eine Illusion, solange der deutsche Angestellte doch tatsächlich mehr verdienen will als der chinesische Kettensträfling. Trotzdem kann man den Firmen keinen wirklichen Vorwurf machen. Denn wenn ein Unternehmen mit der Billigproduktion anfängt, sind die anderen dazu gezwungen, entsprechend mitzuziehen. Und hier wäre endlich einmal die Politik, die sich sonst doch auch fast schon parasitär in die Wirtschaft einmischt, gefragt.
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