Swing Vote

Veröffentlicht am 17. April 2009 um 12:20 Uhr  
Autor: Der Stadtrat
Kategorie: Allgemeines | Autor: Der Stadtrat

Die US-Präsidentschaftskandidaten haben beide nicht die ausreichende Zahl an Wahlmännern gewonnen. Das Ergebnis hängt an einem einzigen Staat (New Mexico), der noch nicht komplett ausgezählt ist. Und dort haben beide Kandidaten genau die gleiche Stimmenzahl – nur bei einem Wähler hat der Computer versagt und darum darf er innerhalb von zehn Tagen nachwählen.

Also hängt es nur an seiner Stimme, wer Präsident wird. Und dementsprechend beginnt ein Wahlkampf, der ausschließlich auf seine Person zugeschnitten ist. Das ist das Szenario des Films „Swing Vote“.

Eine sehr nette Idee, durchaus humorvoll umgesetzt; allerdings leider mit etwas viel Moral und einer im Grunde unnötigen Vater-Tochter-Emotions-Geschichte. Amerikanisch halt… ;-) Die Hauptfrage ist aber auch jenseits der ziemlich abseitigen Handlung ganz interessant: Wie gewinne ich einen Wähler?

Im Film werden maßgeschneiderte Aussagen präsentiert: Wir leiten den Fluß, an dem du so gerne angelst, nicht um. Wir sind gegen mexikanische Einwanderer, die dir deinen Arbeitsplatz gekostet haben.

Bei einer normalen Wahl liegt es ja doch einigermaßen im Dunklen, warum uns jemand wählt. Man bekommt zwar durchaus Rückmeldungen, aber gar so ernst kann man die nicht nehmen. Bspw. war unsere klare Positionierung gegen das Rauchverbot (v.a. im Münchner Kommunalwahlkampf) durchaus kontrovers. Sowas polarisiert einfach und da bin ich mir auch sicher, daß uns einige Leute deswegen nicht gewählt haben. Genauso werden uns aber manche gerade deswegen gewählt haben. Ein exaktes Verhältnis wird man kaum feststellen können – es geht aber auch nicht darum, sich opportun zu positionieren. Und ich bin absolut überzeugt, daß es richtig war, daß wir unsere Haltung so deutlich gemacht haben.

Eher nachvollziehen kann man die Wirkung bestimmter Themen am Infostand, wenn es um’s Unterschriftensammeln geht. Da merkt man unter anderem, daß die Idee der Unabhängigkeit (bzw. aktuell eines Europa der Regionen) gar nicht mal so verpönt ist, wie man annehmen möchte. Es gibt freilich genug Wähler, die uns dann nicht unterschreiben, weil sie gegen ein unabhängiges Bayern sind. Das kann ich aber ohne weiteres akzeptieren – wer diese Idee ablehnt, der wird mit unserem Programm eben nichts anfangen können. (Ärgerlicher sind dagegen die zahlreichen Ausreden, die es so gibt, am das nur am Rande…)

Ansonsten stellt sich natürlich bei jeder Position, die wir ergreifen, auch immer die Frage, wie das nun beim Wähler ankommt. Allen kann man es freilich nie recht machen, von daher kann das nie das einzige Kriterium sein. Ich glaube nicht, daß der Artikel über Steinbrücks Steuerpläne übermäßig populär ist – aber er ist einfach richtig und spricht manchen Bürgern (und Steuerzahlern) doch aus der Seele.

Und solange ich wenigstens a bissl bei der Programmatik der Bayernpartei mitzureden habe, wird das hoffentlich auch unsere Richtschnur bleiben: Das Richtige fordern – und nach Möglichkeit auch noch richtig feststellen, was denn das Richtige ist.

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