10, 25, 35
Veröffentlicht am 17. Mai 2009 um 15:21 UhrAutor: Der Stadtrat
Das sind die (nur noch) drei Einkommensteuersätze, die es nach Vorstellung der FDP bald geben soll. Bisher steigt der Staatsanteil linear von 14 bis 42 % an und springt dann über einer Viertelmillion Jahreseinkommen nochmal auf 45 % (Reichensteuer). Es gibt also quasi unendlich viele Steuersätze. Da wäre eine Reduktion auf drei doch eine unglaubliche Vereinfachung, die viel Arbeit sparen und Transparenz schaffen würde.
Aber: Das sind vielleicht fünf Codezeilen, die man im Berechnungsprogramm dafür einspart. Was für das menschliche Auge wahnsinnig kompliziert ausschaut, ist für den Computer eine absolut triviale Berechnung. Der Computer kennt die Formel, setzt die Daten ein und das war’s. Und da macht es keinen Unterschied, ob das eine einfache Multiplikation mit handlich-runden Prozentzahlen oder eine kompliziert anmutende Formel mit Klammern und langen Bruchstrichen ist.
Nur sind derartige Vereinfachungen dem Bürger halt viel leichter zu verkaufen und in eingängige Parolen zu verpacken als ein Angehen der Probleme, an dem unser Einkommensteuerrecht wirklich krankt: Die zahllosen Ausnahmen, Pauschalen, Sonderregelungen und permanenten Änderungen. Denn die muß der Steuerpflichtige im Zweifel alle kennen, bei finanziellen Entscheidungen berücksichtigen und richtig anwenden – im Gegensatz zur Berechnung des Steuersatzes, für den das Finanzamt zuständig ist.
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