Ich sitze gerade in einer Vollversammlung mit über 100 Tagesordnungspunkten. Den Großteil haben wir schon per Akklamation erledigt, gerade geht’s um die Zukunft der S-Bahn.
Vorher wäre meine Stimme fast falsch gezählt worden. Das wäre keine Tragödie gewesen, aber Ordnung muß halt sein. Die Begründung, warum der Oberbürgermeister meine erhobene Hand fälschlicherweise einem Kollegen zugeschrieben hat, war aber richtig nett: Der „große Kopf“ eines anderen Stadtrats war im Weg und ich verschwinde dahinter.
Der Herr sitzt einige Reihen vor mir und, je nachdem, wer gerade wie dasitzt, besteht eine Chance, daß er mich gegenüber dem Vorsitzenden verdeckt. So groß ist sein Schädel allerdings gar nicht – aber der Mond ist ja auch relativ klein und kann eine ausgewachsene Sonnenfinsternis zustande bringen. Das Bild gefällt mir.
Hätte ich als Überschrift „Parteiübertritt“ geschrieben, hätte vielleicht der eine oder andere Mitleser einen Schock bekommen. Darum hab ich den Terminus technicus verwendet, der z. B. in Südafrika, wo man Parteiwechsel sehr diffizil ausgestaltet und mittlerweile verboten hat, üblich ist. Ich selber will natürlich, um das gleich klarzustellen, keinesfalls irgendeinen Floor crossen.
Aber nach den ganzen Wechselspielchen von Berliner Abgeordneten hab ich mir doch so meine Gedanken dazu gemacht, inwiefern es legitim ist, als Amtsträger einer anderen Partei beizutreten und das Mandat mitzunehmen.
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Das sind die (nur noch) drei Einkommensteuersätze, die es nach Vorstellung der FDP bald geben soll. Bisher steigt der Staatsanteil linear von 14 bis 42 % an und springt dann über einer Viertelmillion Jahreseinkommen nochmal auf 45 % (Reichensteuer). Es gibt also quasi unendlich viele Steuersätze. Da wäre eine Reduktion auf drei doch eine unglaubliche Vereinfachung, die viel Arbeit sparen und Transparenz schaffen würde.
Aber: Das sind vielleicht fünf Codezeilen, die man im Berechnungsprogramm dafür einspart. Was für das menschliche Auge wahnsinnig kompliziert ausschaut, ist für den Computer eine absolut triviale Berechnung. Der Computer kennt die Formel, setzt die Daten ein und das war’s. Und da macht es keinen Unterschied, ob das eine einfache Multiplikation mit handlich-runden Prozentzahlen oder eine kompliziert anmutende Formel mit Klammern und langen Bruchstrichen ist.
Nur sind derartige Vereinfachungen dem Bürger halt viel leichter zu verkaufen und in eingängige Parolen zu verpacken als ein Angehen der Probleme, an dem unser Einkommensteuerrecht wirklich krankt: Die zahllosen Ausnahmen, Pauschalen, Sonderregelungen und permanenten Änderungen. Denn die muß der Steuerpflichtige im Zweifel alle kennen, bei finanziellen Entscheidungen berücksichtigen und richtig anwenden – im Gegensatz zur Berechnung des Steuersatzes, für den das Finanzamt zuständig ist.
Scheiß auf’s Ergebnis. Ist ungeil, aber anyway.
Geäußert von einem der singend-swingenden Grand-Prix-Verlierer. Das werd ich hoffentlich am 7. Juni nicht auch sagen…
Gestern war ich mal wieder beim Schießen. Dabei habe ich etwas sehr interessantes festgestellt: Spät abends werden die Menschen in der S-Bahn nicht nur immer lauter, sondern auch sonderbarer. Ähhh… nein… Das stimmt zwar, das war aber nicht das, was ich euch mitteilen wollte. Das war’s: Wenn man Serien schießt, ist das etwas ganz anderes als wenn man nur übt.
Eine Serie bedeutet 40 Schuß auf 20 Zielscheiben, anschließend wird ausgezählt. Dabei zählt dann auch wirklich jeder Schuß; und dementsprechend ist das ein ganz anderes, viel konzentrierteres Schießen. Wenn beim Üben mal ein „Dreier“ dabei ist, ist das völlig wurscht. Aber in der Serie zieht das das Ergebnis deutlich runter. (Zumindest, bis ich eine Möglichkeit gefunden habe, das Einschußloch unauffällig wieder aus dem Papier rauszukriegen…)
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