Westerwelles Wehrpflicht

Veröffentlicht am 27. Juli 2009 um 13:04 Uhr  
Autor: Der Stadtrat
Kategorie: Allgemeines | Autor: Der Stadtrat

Guido Westerwelle will die Wehrpflicht abschaffen. Das finde ich gut. Wie die Verteidigungspolitik in einem freien Bayern ausschauen würde, weiß ich noch nicht genau (darüber will ich aber schon lange etwas schreiben), aber mit willkürlich selektierten und unmotivierten Zwangsverpflichteten werden wir jedenfalls nicht weit kommen.

Ich frag mich nur, warum die FDP mit solchen Vorschlägen immer nur kommt, wenn sie gerade in der Opposition ist und alsbald wieder in die Regierung will. Sie hat im Bundestag lange genug Anteil an der Mehrheit gehabt und hätte diesen Prozeß schon vor Jahren einleiten können.

Sogar, wenn man ihr zubilligt, daß das vor dem Ende des Kalten Kriegs nicht durchsetzbar gewesen wäre, waren da noch acht Jahre bis 1998, in denen die Liberalen das hätten initiieren können. Und auch unter Rot-Grün hätten sie aus der Opposition heraus zumindest Vorschläge machen können.

Passiert ist bisher nichts und ich hab auch meine Zweifel, daß dieser neue Vorstoß ernstgemeint ist. Leider.

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Nicht von mir:


5 Antworten zu “Westerwelles Wehrpflicht”

  1. Autor: Trixie am 27 Jul, 2009 | Antworten

    Ich mag den Westerwelle nicht….aber gut, die Wehrpflicht auch nicht. Von daher….
    Gäbe es genug Bayern, die freiwillig ihr Land verteidigen würden? Ich meine, man muss auch überlegen, was ist, wenn aus freiwillig zusammengesetztem Bestand keine vernünftige Armee mehr zustandekommt….wenn die Soldaten dann einfach nicht ausreichen….was ist dann?

  2. Autor: Andreas am 27 Jul, 2009 | Antworten

    Die FDP musste erst einmal intern ihren neuen Standpunkt zur Wehrpflicht klären. Das ist erst zur Zeit der Rot-Grünen Regierung passiert. Seitdem hat die FDP immer wieder Anträge zur Aussetzung der Wehrpflicht gestellt. Der FPD vorzuwerfen, dass sie dieses Thema erst kurz vor der Wahl aufwirft ist daher völlig falsch.

  3. Autor: Der Stadtrat am 27 Jul, 2009 | Antworten

    Ich meine, man muss auch überlegen, was ist, wenn aus freiwillig zusammengesetztem Bestand keine vernünftige Armee mehr zustandekommt

    Ist eine Wehrpflichtigen-Armee heute überhaupt noch sinnvoll? Dazu müßte man eben erst noch klären, was eine Armee heute überhaupt leisten soll. Das aber, fürchte ich, ändert sich derzeit rapide.

    Die FDP musste erst einmal intern ihren neuen Standpunkt zur Wehrpflicht klären. Das ist erst zur Zeit der Rot-Grünen Regierung passiert.

    Also waren sie vorher dafür bzw. unentschieden. Und jetzt bringen sie es auf die Tagesordnung und wollen dafür gewählt werden – q.e.d. Ich werfe der FDP auch nicht vor, daß sie möglicherweise ihre Meinung geändert hat. Nur sollte sie dann nicht so tun, als bräuchten ihr die Wähler doch nur endlich die Chance geben und dann würden sie es sofort freudig umsetzen.

  4. Autor: Florian am 2 Okt, 2009 | Antworten

    Gerade der assymetrische Krieg in der heutigen Zeit erfordert mehr vor Ort einsetzbare Infanterie und allgemein intelligentere Soldaten mit einem breiterem Spektrum an Lebenserfahrung und Fähigkeiten. Diese Anforderungen kann eine Berufsarmee nicht ohne für Bayern untragbar große Kosten erfüllen. Eine Wehrpflichtarmee bietet hier mehr Qualität zu einem geringeren Preis.

    Ich finde es darüber hinaus beleidigend Wehrpflichtigen automatisch mangelnde Motivation zu unterstellen. Und gerade bei den Zeit- und Berufssoldaten der Bundeswehr ist die Motivation sehr oft noch geringer als bei den Wehrpflichtigen. Die mangelnde Motivation bei der Bundeswehr kommt nicht von der Wehrpflicht her, sondern hat ganz andere Gründe.

    Eine Bayerische Wehrpflicht Armee könnte daher ebenso hoch motiviert sein wie eine Berufsarmee. Darüber hinaus gibt es noch andere Möglichkeiten was die Wehrform angeht. So könnte man auch über eine Milizarmee nach Schweizer Vorbild nachdenken.

    Auf der Gegenseite muß man die Frage stellen, ob eine Bayerische Armee überhaupt an den assymetrischen Kriegen zur Zeit teilnehmen sollte. Um sich lediglich die militärischen Fähigkeiten zu erhalten könnte eine Berufsarmee daher besser geeignet sein. Das setzt aber vorraus das diese Armee eben nicht in Auslandseinsätzen verschlissen wird. Aufgrund der Mehrkosten müsste eine solche Bayerische Berufsarmee aber dann quantitativ klein sein und würde daher über einige militärische Fähigkeiten nicht verfügen. Gewisse Einsparungen könnte man aber immerhin aus der mangelnden Notwendigkeit einer Marine erzielen.

    Was für eine Wehrform aber eine Bayerische Armee haben sollte, muß meiner Ansicht nach aber allein aus der Aufgabe dieser Armee heraus folgen. Daher müsste man zuerst mal die Aufgaben einer Bayerischen Armee eindeutig definieren und erst danach kann man Fragen wie Miliz, Wehrpflicht oder Berufsarmee überhaupt andenken.

    Heute wird hingegen über die Wehrform völlig losgelöst von der Aufgabe der Armee diskutiert. Dabei wird wie auch hier zu oft bloßer Populismus betrieben. Die Wehrform der Armee soll dann dem Unwillen zu vieler Folgen, überhaupt noch irgendwelche Pflichten für ihr Land zu erfüllen.

    Diese negative Grundhaltung kann aber nie die Grundlage einer funktionierenden Armee sein.

  5. Autor: Florian am 15 Okt, 2009 | Antworten

    Das ist vielleicht auch noch interessant:

    http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=31587423&top=SPIEGEL

    Vom 15.02.1956.

    >>Das Projekt der Bayernpartei: mit >>Freiwilligen ein kleines modern >>ausgerüstetes und gut trainiertes Berufsheer >>einzurichten.

    Wenn man insgesamt alle Argumente und Faktoren überdenkt, muß man meiner Ansicht nach zu dem Schluß kommen, daß eine Berufsarmee für Bayern die einzige Möglichkeit darstellen würde.

    Aus finanziellen Gründen wäre dann eine solche Bayerische Berufsarmee jedoch sehr klein. Eine interessante Frage wäre dann die der Ausrüstung und der Ausbildung. Woher die notwendigen Waffen beziehen? Woher das notwendige militärische Wissen nehmen?

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