Wie sag ich’s meinem Wähler?
Veröffentlicht am 1. August 2009 um 17:58 UhrAutor: Der Stadtrat
Wir haben gerade einstimmig und harmonisch unser Bundestagswahlprogramm beschlossen. Der Entwurf des Vorstands wurde durch die Delegierten nochmal diskutiert und an vielen Ecken verbessert oder ergänzt.
Dabei ist eine interessante Problematik aufgekommen:
Das Kapitel zum Internet enthält einen Absatz über das Recht auf Privatkopie. Den Text hab ich verfaßt und mich dabei auf relativ knappe, prägnante und fachsprachliche Ausführungen beschränkt. Von einigen Anwesenden wurde dann moniert, das sei nicht so richtig verständlich.
Meinesachtens ist das nicht schlimm. Wem die Thematik fremd ist, der interessiert sich eh nicht dafür und will unsere Meinung dazu nicht wissen. Der will auch gar nicht groß und ausführlich belehrt werden, denn er fängt nicht unseretwegen auf einmal mit CD-Kopieren an. Wem das aber wichtig ist, der kennt die Problematik, der kennt die widerstreitenden Interessen und ihre Argumente und der kennt die Rechtslage zumindest rudimentär. Und der kann dann auch damit etwas anfangen, wenn wir die verschiedenen Facetten der Thematik nicht nachbeten, sondern nur jeweils stichpunktartig darstellen, was wir davon halten.
Die dahinterstehenden Fragen sind natürlich: Was kann ich beim Wähler voraussetzen? Wie liest er unser Programm? Und wie muß ich für ihn schreiben? Allgemeingültige Antworten darauf gibt es sicher nicht.
Wir haben uns jedenfalls, ganz im Geiste dieses Nachmittags, auf eine für alle Anwesenden (und hoffentlich auch für die Wähler) akzeptable Fassung geeinigt.
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