Kriminalität verbieten

Veröffentlicht am 16. August 2009 um 17:18 Uhr  
Autor: Der Stadtrat
Kategorie: Allgemeines | Autor: Der Stadtrat

Es freut mich ja immer sehr, wenn sich jemand mit unseren Positionen auseinandersetzt. Vor allem, wenn wir in einem anderen Zusammenhang zitiert werden, dann adelt einen das schon irgendwie – schließlich benutzt man keine Quellen oder Belege, die nicht eine gewisse Autorität für sich verbuchen können.

Und so wird auch in einem Artikel bei luzi-m unser Plakat erwähnt. Im Untertitel wird die Frage aufgeworfen, ob das denn „auf von der Leyen gemünzt“ sei.

Die Antwort ist: Nein, leider nicht. Zumindest nicht so direkt.

Das Plakat wurde bei der Europawahl verwendet und dementsprechend schon im Frühjahr 2009 konzipiert. Zu der Zeit war die Zensursula-Debatte noch nicht so verbreitet; da war eher noch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble das Feindbild.

Unsere Idee war, eine möglichst absurde Parole zu plakatieren, die den Bürgern geradezu auffallen muß. Der Kontrast dazu ist dann unsere Kernforderung nach einem unabhängigen Bayern – die manchem zunächst genauso blöd vorkommt. Eine derart „revolutionäre“ Idee müssen wir eben mit ein bißchen Selbstironie garnieren. Denn vielen erscheint diese Option so unrealistisch, daß wir mit einer rein-rationalen Diskussion nicht viel gewinnen können; das hatten wir bei der Landtagswahl 2003 versucht und war weniger erfolgreich.

Als „absurde Parole“ hatten wir übrigens zunächst „Mehr Geld für alle“ angedacht. Da gab es allerdings Bedenken, daß das möglicherweise eine gar nicht so abwegige Forderung sein könnte. Und tatsächlich

Aber auch „Kriminalität verbieten“ wurde von manchen tatsächlich ernstgenommen – das hätte ich, ehrlich gesagt, für völlig ausgeschlossen gehalten. Daß sich daneben nachträglich die erwähnte Deutungsmöglichkeit bzw. Aktualität ergeben hat, ist natürlich Glück. Allerdings sind Wahlplakate immer ein sehr schwieriges Kapitel. Es ist sehr kompliziert, einen komplexen Sachverhalt kompakt darzustellen.

Dementsprechend machen wir uns immer schon frühzeitig Gedanken darüber, wie die Plakate für die anstehende Wahl denn so ausschauen sollen. Die besten Ideen kommen in aller Regel, wenn man zusammensitzt und dabei ein Vorschlag den anderen erweitert und verbessert. Am Ende steht in aller Regel ein Ergebnis, das uns allen perfekt vorkommt. Das heißt aber blöderweise noch lange nicht, daß der Wähler das genauso sieht…

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Nicht von mir:


4 Antworten zu “Kriminalität verbieten”

  1. Autor: Trixie am 17 Aug, 2009 | Antworten

    Hmmm….stehe ich jetzt ganz auf dem Schlauch, oder ist die Parole „Kriminalität verbieten“ keine doppelt gemoppelte Aussage? Weil Kriminalität ansich ja schon verboten ist. Es wäre, als würde man sagen…“Tote sterben“ oder so…*g*

  2. Autor: Der Stadtrat am 17 Aug, 2009 | Antworten

    Weil Kriminalität ansich ja schon verboten ist.

    Ja, eben. Eine möglichst absurde Parole. :-)

  3. Autor: Amur am 18 Aug, 2009 | Antworten

    Wie war denn die Resonanz auf das Plakat so? Hat’s funktioniert?

  4. Autor: Der Stadtrat am 22 Aug, 2009 | Antworten

    Hat’s funktioniert?

    Teils/teils. Manche haben’s nicht kapiert, andere fühlten sich nicht davon angesprochen. Aber bei einigen dürfte es schon zum erwähnten Nachdenken gekommen sein. Ob es auch die „Ihr seids ja alle völlig verrückt“-Blockade durchbrochen hat, werden wir erst nach einiger Zeit sehen.

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