Linkverkürzer in Anträgen
Veröffentlicht am 23. Oktober 2009 um 13:46 UhrAutor: Der Stadtrat
In meinen Stadtratsanträgen und -anfragen habe ich teilweise das Bedürfnis, einige Fakten zu belegen. Das gehört für mich zur seriösen Arbeit dazu, denn behaupten kann man im Grunde alles. Und wenn ich nachprüfbare Argumente anführe, dann muß jeder, der anderer Meinung ist als ich, das erstmal entkräften. Da kein Mensch extra dafür in eine Bibliothek geht und ein altmodisches Buch aufschlägt, benutze ich fast ausschließlich Internet-Quellen, die ich dann in der Fußnote anführe und verlinke.
Nun muß man berücksichtigen, daß z.B. die Rathaus-Rundschau der Stadt München, die sämtliche Anträge aufführt, nicht nur online verfügbar ist, sondern mit einem Verteiler von angeblich 1000 Stück in gedruckter Form an die gesamte Verwaltung, Presse etc. geht.
Wo es dem Browserbenutzer wurscht ist, wenn er einen Link anklickt, hinter dem sich dann http://im-stadtrat.de/2009/09/29/berlin-gebetsraeume-fuer-moslems/ verbirgt, tippt man dieses Ungetüm mit anti-intuitiv umgewandelten Umlauten und Bindestrichen wohl eher ungern ab. Da ist eine Verkürzung wie http://bit.ly/4nSFZP deutlich praktischer. Derzeit arbeite ich an einem Antrag mit (bis jetzt) neun Links in sieben Fußnoten, da macht das schon einen Unterschied.
Gleichzeitig wirkt so ein Link, der mit „bit.ly“ beginnt, schon etwas komisch – zumindest, wenn man es nicht von Twitter gewohnt ist. Man weiß nicht genau, was denn so dahintersteckt. Glücksspielseiten? Ein verbotenes Youtube-Video? Vielleicht gar ein Virus? Freilich, es wäre politisch wohl eher unklug, wenn ich in meinen Stadtratsanträgen Viren verbreiten würde. Sowas heb ich mir vielleicht für meinen letzten Arbeitstag auf…
Meine Sorge ist eher, daß das etwas „freakig“ wirkt. „Warum schreibt der Hummel denn Links nicht einfach hin, wenn er schon immer dieses Internetzeugs in seinen Anträge benutzt!?“ Warum ich das mache, hab ich ja jetzt erklärt. Und wenn etwas unwiderlegbar sinnvoll ist, sollte man sich nicht von anderen davon abbringen lassen, die das vielleicht seltsam oder kurios finden. So funktioniert schließlich auch die Bayernpartei.
Allgemeines
Autor: Raphael am 28 Okt, 2009 | Antworten
Naja, diese Dienste haben noch drei weitere Nachteile:
* Man erkennt nicht mehr, wenn ein Tippfehler drinsteckt, bzw. kann diesen nicht korrigieren
* Der Betreiber des URL-Shorteners kriegt mit, wer welche Webseiten besucht.
* Wenn der Betreiber offline geht, kommt man nicht mehr an die eigentliche URL und hat auch keine Möglichkeit mehr, diese z.B. über archive.org zu finden.
Wenn dann würde ich beide Formen in die Fußnote packen – die korrekte und die kurze.