Städtewerbung

Veröffentlicht am 21. Dezember 2009 um 11:48 Uhr  
Autor: Der Stadtrat | Kategorie Allgemeines | 1 Kommentar

An Münchner Bahnhöfen gibt es relativ viele Werbeflächen in Form von Großplakaten. Da es aber ziemlich langweilig ist, immer die gleichen Plakate anzuschauen, gibt es die auch in etwas modernerer Form: Die Plakatwand ist keine beklebte Plakatwand, sondern eine Art von hinten beleuchteter Bilderrahmen. Das Plakat ist kein aufgeklebtes Plakat, sondern eine Folie, von der pro Plakatwand drei verschiedene abwechselnd ins Sichtfeld gezogen werden.

Und auf diese Weise teilen sich derzeit an einem Innenstadtbahnhof (Hauptbahnhof oder Marienplatz, glaube ich) die Stadt Hamburg und die Stadt München eine Plakatwand. Und was uns die beiden Kommunen zu sagen haben, ist im Kontrast schon interessant. Hamburg richtet sich an Künstler und Unternehmer und wirbt damit, aufgrund eines guten Arbeits- und Investitionsklimas in die Hansestadt zu kommen. Denn Hamburg sei „die Heimat für viele kluge Köpfe“. München hingegen will die weltbewegende Botschaft loswerden, man solle Energiesparlampen benutzen und diese anschließend auf dem Wertstoffhof entsorgen.

Da sieht man mal, wer welche Prioritäten setzt.

Ich weiß, daß diese Gegenüberstellung etwas ungerecht ist. Aber sie ist einfach zu verlockend.

S-Bahn

Veröffentlicht am 16. Dezember 2009 um 22:03 Uhr  
Autor: Der Stadtrat | Kategorie Allgemeines | Kommentar schreiben

München hat bekanntlich eine S-Bahn. Und die S-Bahn hat eine Stammstrecke. In einem Tunnel. Mit einem Gleis in jede Richtung. Da fahren quasi alle Linien drauf. Sieben Insgesamt. Im 20-Minuten-Takt. Im Berufsverkehr häufiger.

Darum ist diese Stammstrecke desöfteren überlastet. Um die Kapazitäten zu erhöhen, gibt es nun verschiedene Konzepte. Grob gesagt wird entweder ein zweiter Tunnel gegraben oder es wird eine nicht mehr intensiv genutzte Bahntrasse zum Südring ausgebaut. Von diesen Konzepten gibt es wieder verschiedene Untervarianten. Zum Beispiel eine U-Bahn vom Laimer Platz nach Pasing. Und mit der Flughafenanbindung soll das ganze synchronisiert werden. Und Regionalzüge sollten auch noch integrierbar sein.

Weiter…

Zeiteffizienz

Veröffentlicht am 10. Dezember 2009 um 10:47 Uhr  
Autor: Der Stadtrat | Kategorie Allgemeines | Kommentar schreiben

Die Vollversammlung beginnt immer um 9 Uhr. Ausschüsse beginnen manchmal um 9 Uhr und manchmal um 9:30 Uhr. Dann gibt es noch Nachmittagsausschüsse, die um 14 Uhr oder um 14:30 Uhr beginnen; die sind mir natürlich am sympathischsten.

Der heutige Ausschuß begann um 9:30 Uhr. Das wußte ich auch, denn ich hab ja in die Tagesordnung geschaut. Das hat mich aber nicht daran gehindert, die S-Bahn zu nehmen, die ich immer nehme, wenn die Sitzung um 9 Uhr beginnt. Dementsprechend war ich – sagen wir mal – pünktlich da.

Nachdem ich die halbe Stunde mit Warten und Arbeiten zugebracht habe, ging die Sitzung los. Ein Tagesordnungspunkt. Eine kurze Wortmeldung der FDP. Abstimmung. Ende. 3 Minuten.

Ich bin ein Depp.

Sitzungsvorlage

Veröffentlicht am um 09:47 Uhr  
Autor: Der Stadtrat | Kategorie Allgemeines | Kommentar schreiben

Na also, es geht voran bei meinem Moos-Antrag. Der Status ist jetzt „Sitzungsvorlage“, das heißt, es wurde eine Bewertung meines Vorhabens durch die Stadtverwaltung erstellt und über diese (also nicht über meinen ursprünglichen Antrag) stimmt der Stadtrat dann ab. Daß das ganze ein gutes halbes Jahr gedauert hat, stimmt mich ganz zuversichtlich, denn das sollte für eine eingehende Prüfung sprechen.

Jedenfalls wurde der Antrag nicht nur mit dem weniger zeitintensiven Hinweis auf einen von der Intention her recht ähnlichen, aber in der Sache weniger detaillierten FDP-Antrag abgebügelt. Was in der Vorlage steht, weiß ich noch nicht, aber vielleicht liegt die ja heute schon in der Rathauspost.

Vielleicht geh ich dann sogar in den zuständigen Umweltausschuß, dessen Mitglied ich eigentlich gar nicht bin. Um in meiner eigenen Sache sprechen zu können, müßte ich aber wohl (da werd ich mal die Geschäftsordnung prüfen) erst Rederecht beantragen und die Ausschußmitglieder darüber abstimmen lassen. Das wäre dann aber schon etwas jämmerlich…

I concede

Veröffentlicht am 4. Dezember 2009 um 12:34 Uhr  
Autor: Der Stadtrat | Kategorie Allgemeines | Kommentar schreiben

Wer, wie ich, die US-Präsidentschaftswahlen mit CNN, PC-unterstützten Wahlmännertabellen, Vergleichszahlen und grundsätzlich schlaflos verbringt, kennt ein ganz wichtiges englisches Verb: to concede. Das ist das Einräumen des Wahlverlierers, daß er verloren hat. Es hat in der amerikanischen Politik einen ganz besonderen, fast offiziellen Stellenwert. Wenn der Concession-Anruf kommt, dann ist die Sache vorbei, der Präsident steht fest und ich kann ins Bett gehen.

Nur im Jahr 2000 war es etwas anders, da hat sich das endgültige Ergebnis ja bekanntlich etwas hingezogen. Da es aber in Bayern kein Florida gibt und wir auch keine Löcher in Wahlzettel stanzen müssen, geht das bei uns meistens etwas schneller.

Und wenngleich ich den Hochrechnungen der Volksbegehren-Initiatoren nicht wirklich getraut habe (zurecht, denn das tatsächliche Ergebnis weicht deutlich ab, jedoch zu meinen Ungunsten), ist nach Eintreffen der vorläufigen offiziellen Zahlen völlig klar, daß das Quorum geschafft ist. Der Volksentscheid war, was ich nie geglaubt hätte, erfolgreich. Ich weiß, wie erbauend es ist, Unterschriften zu sammeln. Von daher war es für mich sehr unwahrscheinlich, daß man in nur zwei Wochen eine Million davon in ganz Bayern zusammenbringt. Unterstützend hat natürlich gewirkt, daß die Medien immer wieder auf die Sammlung hingewiesen haben und zudem das Wetter außergewöhnlich gut war.

Nachdem die Hürde so klar übertroffen wurde, hätte es ohne letzteres aber wohl auch gereicht. Die Rauchgegner sind wohl doch radikaler/engagierter/besorgter als ich gedacht hätte.

Und das erste Opfer des Volksbegehren, noch lange bevor es zum Volksentscheid oder gar zum Gesetz kommt, sind nicht etwa die Wirte und ihre Gäste, sondern ich. Denn ich bin in meinem festen Glauben eine Wette mit der Gegenseite eingegangen, daß die Unterschriften eben nicht zusammenkommen. Und dementsprechend werde ich, wohl irgendwann nächstes Jahr, meinen Wetteinsatz einlösen und an einem Infostand der Grünen stehen.

Ich bin ja schon sehr gespannt, ob ich da auch Klassiker wie „Sind Sie eine richtige Partei?“, „Was ist eure Meinung zur siebten Änderungsverordnung zum Kleintierzüchtergesetz?“ oder „Ihr seid genauso Verbrecher wie alle anderen auch!“ hören werden. Wahrscheinlich ja – nur das allseits beliebte „Ist der Hundhammer noch bei euch?“ wird mir fehlen.