Autor: Der Stadtrat | Kategorie Allgemeines | Kommentar schreiben
Mein Antrag, die Referenten künftig öffentlich vorzustellen, hat keine Mehrheit im Verwaltungs- und Personalausschuß erhalten. Damit habe ich natürlich – vorsichtig gesagt – gerechnet. Eine positive Überraschung war allerdings, daß die Verwaltung den Antrag nicht für schlechthin unzulässig, sondern nur für sachlich falsch gehalten hat. Naja, wenn ich richtig darüber nachdenke, ist das vielleicht nicht unbedingt so positiv…
Das Gegenargument der Verwaltung hab ich zwar durchaus eingesehen: Ein erfolgloser Bewerber soll nicht in Öffentlichkeit und Presse als solcher bekanntwerden und dann bei seinem bisherigen (und weiteren) Arbeitgeber Nachteile erfahren.
Trotzdem halte ich meine Argumente für stichhaltiger. Wir sollten es uns nicht erlauben, die „Stadtminister“ ohne transparente Kontrolle im Hinterzimmer der Fraktionsräume und im nichtöffentlichen Ausschuß auszukarteln. Allerdings war ich der einzige, der dieser Meinung war – schade eigentlich. Ein kleiner moralischer Sieg war jedenfalls, daß Kollegen anderer Parteien zumindest prinzipielle Unterstützung äußerten, aber ihrerseits rechtliche bzw. praktische Bedenken hatten.
Rein formal muß nächsten Mittwoch noch die Vollversammlung über den Antrag abstimmen. Aber auch da hab ich schon eine gewisse Ahnung, daß ich in der Minderheit bleiben könnte.