Wer, wie ich, die US-Präsidentschaftswahlen mit CNN, PC-unterstützten Wahlmännertabellen, Vergleichszahlen und grundsätzlich schlaflos verbringt, kennt ein ganz wichtiges englisches Verb: to concede. Das ist das Einräumen des Wahlverlierers, daß er verloren hat. Es hat in der amerikanischen Politik einen ganz besonderen, fast offiziellen Stellenwert. Wenn der Concession-Anruf kommt, dann ist die Sache vorbei, der Präsident steht fest und ich kann ins Bett gehen.
Nur im Jahr 2000 war es etwas anders, da hat sich das endgültige Ergebnis ja bekanntlich etwas hingezogen. Da es aber in Bayern kein Florida gibt und wir auch keine Löcher in Wahlzettel stanzen müssen, geht das bei uns meistens etwas schneller.
Und wenngleich ich den Hochrechnungen der Volksbegehren-Initiatoren nicht wirklich getraut habe (zurecht, denn das tatsächliche Ergebnis weicht deutlich ab, jedoch zu meinen Ungunsten), ist nach Eintreffen der vorläufigen offiziellen Zahlen völlig klar, daß das Quorum geschafft ist. Der Volksentscheid war, was ich nie geglaubt hätte, erfolgreich. Ich weiß, wie erbauend es ist, Unterschriften zu sammeln. Von daher war es für mich sehr unwahrscheinlich, daß man in nur zwei Wochen eine Million davon in ganz Bayern zusammenbringt. Unterstützend hat natürlich gewirkt, daß die Medien immer wieder auf die Sammlung hingewiesen haben und zudem das Wetter außergewöhnlich gut war.
Nachdem die Hürde so klar übertroffen wurde, hätte es ohne letzteres aber wohl auch gereicht. Die Rauchgegner sind wohl doch radikaler/engagierter/besorgter als ich gedacht hätte.
Und das erste Opfer des Volksbegehren, noch lange bevor es zum Volksentscheid oder gar zum Gesetz kommt, sind nicht etwa die Wirte und ihre Gäste, sondern ich. Denn ich bin in meinem festen Glauben eine Wette mit der Gegenseite eingegangen, daß die Unterschriften eben nicht zusammenkommen. Und dementsprechend werde ich, wohl irgendwann nächstes Jahr, meinen Wetteinsatz einlösen und an einem Infostand der Grünen stehen.
Ich bin ja schon sehr gespannt, ob ich da auch Klassiker wie „Sind Sie eine richtige Partei?“, „Was ist eure Meinung zur siebten Änderungsverordnung zum Kleintierzüchtergesetz?“ oder „Ihr seid genauso Verbrecher wie alle anderen auch!“ hören werden. Wahrscheinlich ja – nur das allseits beliebte „Ist der Hundhammer noch bei euch?“ wird mir fehlen.